Freitag, 24. Mai 2019
Die Flohplage
Heute ist der 24.05.19 und ich kann mit gutem Gewissen sagen: „wir sind FLOHFREI!!!!“

Es fing schon am Umzugstag an.
Nach der ersten Tour, beschwert sich Jan, dass ihm alles juckt und ich soll mal nachschauen was es sei.
Er zieht sich das T-Shirt aus, die Hose runter....und ich sah nur einen Mückenstich neben dem anderen.
Ganz besonders schlimm im Intimbereich.
Sie sahen nicht bloß so dick, rot und geschwollen aus wie Mückenstiche, sondern juckten auch ganz fürchterlich.
Er schämte sich, weil er sich schmutzig fühlte, obwohl er noch vor Beginn des Umzuges geduscht hatte....

Was wir jetzt wissen, ist, dass wir gleich in der ersten Tour unsere Hühner mitgenommen haben, um diese im neuen Stall einzuquartieren.
Dann hatten wir noch genügend Zeit, um den Hühnerzaun abzumontieren.
Und was wir zu dem Zeitpunkt nicht wussten: im Hühnerstall war ein Flohparadies.
Wenn man von nichts bösem ausgeht, achtet man auch nicht auf solche kleinen Viecher.
Wir sind zudem auch von einem dicken Stechkäfer ausgegangen, weil wir den einmal auf Jans Arm gesehen hatten.

Und so hat Jan es den Hühnern schön gemütlich machen wollen und wurde nebenbei von einigen Flöhen angezapft.
Und bestimmt blieben noch ein paar an ihm dran.
Denn es wurden ja nicht weniger Bisse mit zunehmender Zeit.

Es ist immer schön Jan in meiner Nähe zu haben.
Im Sommer gehen die Mücken lieber auf ihn, anstelle auf mich und anscheinend mögen ihn die Flöhe auch lieber.

Ich wurde zum Glück von so starken Bissen verschont.
Zudem hätte das in meiner Schwangerschaft auch gravierende Folgen haben können.
Denn Flohbisse können, auch wenn selten, Krankheiten wie Borreliose, Schweinepest, Kinderlähmung und Fleckfieber übertragen.

Jan fand das garnicht witzig, dass ich keinen einzigen Biss abbekam.
Er vermutete schon ich stünde mit den Flöhen unter einer Decke.

Manchmal konnte ich mir das Lachen nicht verkneifen, wenn es Jan auf einmal am Rücken juckte und ich plötzlich einen halbnackten Mann vor mir hatte.
An sich schön und gut, dann begibt man sich ja normalerweise auf Schlangenjagd und nicht nicht auf Flohsuche.

Es war zum verrückt werden.
Ich habe alle zwei Tage das Sofa und die Kissen neu bezogen. Täglich gesaugt. Alles kontrolliert.
Coco war anfangs auch noch Flohfrei.
Zu ihrem Glück.
Denn Jan wollte sie schon draußen schlafen lassen.
Wie einen richtigen Hund....
Geht ja mal garnicht!

Tagsüber haben wir draußen in den Scheunen und im Garten gearbeitet und bevor es dann rein ins Haus ging, zogen wir uns aus, gingen nacheinander duschen und aßen etwas.
Am Abend saßen wir auf der Couch und schauten uns noch eine Serie an.
Aber man wird verrückt, wenn man etwas pieksen spürt, schnell nachschaut, aber nichts sieht.
Dann bleibt man trotzdem so lange auf dem Sofa sitzen und kontrolliert sich gegenseitig, bis man irgendetwas sieht.
Wie die Affen.
Die Abende sind nie lange auf dem Sofa gewesen.
Manchmal blieben wir so lange am Esstisch sitzen, bis wir uns dann gleich fürs zu Bett gehen entschieden.

Ich habe gelesen, dass man Essig verdünnen und dann damit seine Garnituren einsprühen und wischen soll.
Gelesen, - getan!
Jedoch wollte ich die Dinger töten und nicht verdünnen.
Daher kam nur pures Essig in die Sprühflasche!
Wir haben das ganze Sofa, alle Stühle, alle Ecken und Fußleisten eingesprüht.
Aber trotz Fenster und Türen auf konnten wir nicht mehr atmen und entschlossen uns alle Fenster nur zu kippen und haben eine kleine Fahrradtour gemacht.

Zu der Zeit, hatte ich noch meine ganzen Jungpflanzen im Wohnzimmer auf dem Esstisch und der Fensterbank, im Bad und im Windfang.
Leider habe ich daran zu spät gedacht und musste aus dem Fehler lernen.
Alle Pflänzchen sind eingegangen....
es war wirklich kein schöner Anblick für mich.
Zum Glück haben sich ein paar Pflänzchen wieder erholt.
Trotzdem merkt man, dass sie es mir sehr übel genommen haben.

Aber bis wir erstmal darauf gekommen waren, dass die Party im Hühnerstall läuft, vergingen locker drei bis vier Wochen.
Es war ja nicht so, dass wir sie nur ab und zu sahen, sonder wir sahen sie ständig und überall.

Jan hat mir mein Beet erstellt, dazu das Gras entfernt und wurde gestochen.
Jan ist in der großen Scheune am aufräumen und wurde gestochen.
Jan ist in der Ferienwohnung am aussortieren und wurde gestochen.
Jan macht den Hühnerstall sauber und wurde gestochen.
Wir sitzen unter der Pergola und Jan wurde gestochen.....
und es geht immer so weiter.

Erst als er sich jedes mal wenn er das Haus verlies mit purem Essig und Antimückenspray einsprühte, merkte er eine Verbesserung, dass er nicht mehr so häufig angegriffen wurde.

Wir haben noch den Tipp bekommen eine Schüssel gefüllt mit Wasser, Spüli und ein Teelicht in den betroffenen Räumen aufzustellen.
Leider führte das nach zwei versuchen in acht Räumen nicht zum Erfolg.

Dann saßen wir abends auf dem Sofa und Coco lag neben mir.
Sie drehte sich auf den Rücken, alle viere von sich gestreckt und ich streichelte sie.
Ich glaubte meinen Augen nicht, als ich bestimmt 5 Flöhe gleichzeitig sah!
Ich war schockiert!
Natürlich war ab dem Moment der Genuss für Coco vorbei.
Ich durchforstete sie und zermatschte alle Flöhe die ich finden konnte.
Ab da durfte sie leider nicht mehr auf die Couch.
Anscheinend hielten sich die Flöhe bei Coco auf, sprangen kurz für einen Snack zu Jan rüber und wieder zurück zu Coco.
Denn gejuckt hatte Coco sich nie.

Dann ging es gleich am nächsten Tag zum Tierarzt und Coco bekam ein Antiflohmittel in den Nacken geträufelt.

Als Jan sich das Einstreu bei den Hühnern mal genauer ansah ist ihm alles aus dem Gesicht gefallen.
Kein Ameisenhaufen sondern ein Flohhaufen!!
Das war definitiv ein Kammerjägerfall!

Die ganze Schubkarre voll mit Mist, Einstreu und Stroh kam raus in den Garten.
Abgestellt, mit Ethanol übergossen und gnadenlos angezündet!

Ab dem Tag an, durfen sich die Hühner an ihren neuen Stall draußen gewöhnen.
Das lief zum Glück recht gut.

Jetzt wo wir wussten wo die Flöhe sich überwiegend aufhielten, konnten wir auch zielorientiert vorgehen!

Wir besorgten uns ein paar Flohbomben und zündeten erstmal nur eine.
Nach ein paar Stunden durfte man den Raum nur kurz zum lüften betreten.
Wieder nach ein paar Stunden sollen alle tot sein.
Und dem war auch so.
Wir hatten trotzdem noch bedenken ob vielleicht ein bis zwei Flöhe in den Eiern überlebt haben und zündeten nach ein paar Tagen nochmal eine Bombe.

Zudem besprühten wir jeden Raum, jede Ecke mit Kieselgur!
Und natürlich auch die Hühner und den neuen Hühnerstall.
Coco fand das garnicht witzig.
Zudem fühlte sich ihr Fell danach so fettig an.
Naja egal.
Es sollte ja helfen und nicht schön sein.

Für drinnen wollte ich keine Chemie anwenden.
Da habe ich lieber den Tipp von einer Freundin ausprobiert und mir einen Dampfreiniger geholt.
Ich habe damit alles wischen können.
Boden, Teppich, Sofa....
Und was soll ich sagen....

.... wir sind FLOHFREI!!

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